Was haben wir uns gefreut als kolportiert worden ist: “Das Caribe macht wieder auf”. Juhuu, endlich findet die ehemalige Institution am Ölberg, bis dato korrumpiert vom “Rebenhäuschen” unter neuer Leitung wieder zurück in das Kneipengefüge dieses Stadtteils.
Vor einigen Wochen: Die Eröffnung stand an und flux war ich vor Ort um dieses Ereignis mit, wie ich hoffte meinen Kollegen und Bekannten zu begiessen.
Tja, Pustekuchen … fremde Gesichter haben Einzug gehalten auf den Berg der Berge. Obwohl ungefähr 200-300 Menschen vor Ort waren um sich am Freibier zu laben, kannte ich keine Sau, und das will schon was heissen. Ziemlich unbefriedigt und frustiert zogen ich und eine Freundin von dannen. Gespräche waren um 0.30 Uhr kaum noch möglich ob des Freibiers (”mach mir noch eins, nee, lieber drei, is ja umsonst…” war der Spruch des Abends). Halt eine Kneipeneröffnung wie viele, dachte ich mir.
Heute bin ich und ein Kollege, nachdem wir im “Bietebauw” noch Skat gespielt hatten, zu vorgerückter Stunde aufgelaufen um einen Kollegen zu treffen, mit dem wir uns verabredet hatten. Am Tresen und Umgebung sassen noch ungefähr 20-30 Leute in ihre Gespräche vertieft und der Kollege war auch nicht mehr da.
“Kein Ding, trinken wir noch ein Bierchen und ziehen dann unserer Wege”, war unser Gedanke. Gedacht, getan.
Auf meine Situation als Ölberger verweisend (”Gibste uns noch ein Bier? Wir kommen von umme Ecke”) kamen wir mit dem Wirt in ein wenn auf kurzes Gespräch, worauf auch er auf seine Wurzeln als Ölberger verwies und gar nicht abgeneigt war uns noch ein Kaltgetränk zu servieren. “Cool, einer vom Berg”, dachte ich. Mein Kollege frozelte, “Erzähl keinen Quatsch, Du bist doch zugereist”. Das Gesicht des Wirtes versteinerte, die Gestik wurde eindeutig, “Du bekommst hier kein Bier mehr” war seine Aussage. Hilflos stand ich daneben und versuchte die Situation zu entschärfen, verwies auf meine Wurzeln, keine Chance. In Solidarität mit meinem lieben Ford-Kollegen verlies ich dann mit durstiger Kehle dieses unfreundliche Etablissement um im “Chili” noch einen Absacker zu nehmen.
Was mir auf die Eier geht ist die Arroganz, die uns gegenüber an den Tag gelegt wurde. Dorthin werde ich nicht einkehren. Seelenbalsam war, dass mehrere Wirte vom Ölberg und der Luisenstrasse, die sich noch im Chili zum Absacker eingefunden hatten nur verständnislos ob dieses Affronts reagierten und mit dem Kopf schüttelten.
Abschliessendes Resumé: Wenn man keine Getränke mehr verkaufen will, weil es zu spät ist, kein Ding. Aber dieser Unfug geht einem wirklich an die Ehre.
Mein Resumé: Caribe früher geil, ab sofort für mich keine Anlaufstelle mehr, da bin ich halt ein “Kniepsack vom Berg” …
Einträge (RSS)