Archiv für Juli 2007

Gestern haben wir auf der Karte einen HotPot mit heissem Wasserfall gefunden. Dem konnten wir nicht widerstehen und haben die rund 60km auf uns genommen.
In Deutschland sind 60km fix abgespult. Hier ist das was anderes. die Hochlandpisten lassen im Schnitt mit unserem Wagen nur 30 km/h zu. Teilweise ist die Piste gar nicht mehr als solche zu erkennen und ist dementsprechend wild. Normale Strassenfahrzeuge würden hier nach kurzer Zeit alle Viere von sich strecken. Nicht so unser Landkreuzer. Gelassen nimmt er alle Herausforderungen an. Bisher gab es auf Island noch keine Herausforderung, die er nicht mühelos gemeistert hätte.
Angekommen am Laugarfell waren wir ob der sehr gepflegten Grünfläche angenehm überrascht. 1906 wurde hier ein Bauernhof gegründet. Als der Besitzer in einem Blizzard all seiner Schafe verlustig ging, brachte er sich kurzerhand um. Der kleine Hof mit typischem Rasendach ist immer noch vorhanden und wird anscheinend ab und zu von Schäfern als Quartier benützt.
Seitlich fliesst ein Bach mit ungefähr 35-40 Grad heissem Wasser den Hang hinunter. Kurz bevor er sich in einen grösseren Fluss ergiesst, bildet er einen kleinen HotPot in den das Wasser aus ung. 4 Metern herabstürzt. Eine Wonne, unter dieser natürlichen Dusche zu stehen. (Panoramabild mit badendem Chico findet ihr in der Galerie).
Heute ging es dann zum Vatnajökull. Wer meint, “och, Gletscher kenn ich aus den Alpen, laangweilig…”, dem sei gesagt: Vergiss es. In ung. 40km Entfernung glitzert ein Ausläufer dieses Gletschers in der Sonne wie ein gefrorenes Meer. Gerade wir ein Strich zieht sich der Horizont dahin. Kommt man ihm näher erkennt man den Schmutz, die Lava-Asche und das Geröll, welcher sich seit Urzeiten auf ihm abgelagert hat, wie eine alte fadenscheinige Decke.
Steht man vor ihm an der Bruchkante kann man sich die gewaltigen Dimensionen dieses Urzeitmonsters nicht vorstellen. 12% von Island nimmt er ein. Er ist teilweise bis zu 1000 Meter dick. Er ist einer der grössten Gletscher der Welt und mit Abstand der grösste in Europa.
Wir sind von Snaefell zu einem Ausläufer des Vatnajökull gefahren und ich bin auf ihm rumgeturnt. Vor sich her schiebt er eine schier endlos grosse Moräne aus Schutt, riesigen Brocken Gesteins und Unfug aller Art. Alein die Moräne an dieser Stelle hatte so eine Ausdehnung, dass wir 30 Minuten brauchten sie zu durchqueren. Na diesem kurzen Besuch machten wir uns auf Richtung Kverkfjöll, einem 1900 Meter hohen Berg westlich von unserer Position, wo er wie eine Halbinsel in den Vatnajökull hineinragt.
Um dorthin zu gelamngen durchquert man ein Gebiet namens Kreppatunga. Ein Nationalpark, wo sich die vulkanische Herkunft Islands offenbart. Grossartige Fels- und Lavaformationen sind hier zu bestaunen. Mit jeder Biegung verändert sich die Landschaft und lässt einen mit offenem Mund dastehen. Wer mit Vulkanen bisher nur die Eifel verbindet hat mein pures Mitleid. Die ganze Wucht und Gewalt von Mutter Erde materialisiert sich hier auf schätzungsweise 250qm. Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt durch Kreppatunga (gefühlte 2 Tage), erreicht man die bewirtschaftete Hütte Sigurdarskali. Hier sind eine Menge Menschen, denn rund 5km weiter befindet sich eine wahrhaft gigantische Eishöhle. Aus ihr strömt ungefähr das Wasservolumen der Wupper bei Hochwasser. Ausserdem werden hier Touren in Richtung Kjrekfjöll angeboten. Diese dauern in der Regel so 10 Std. und wir werden morgen mitgehen. Am Ende wird man mit einem geothermalen Gebiet belohnt, wo die heisse Erde einen einlädt sich mit dem blanken Hintern hinzuhocken und die Aussicht zu geniessen. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

Demnächst wieder mehr in diesem Theater.

p.s. Trolle? Nicht gesichtet. Aber der Isländer mag die sportliche Bereifung mit Ballonreifen. Dafür nimmt er auch gerne einen zweiten Job auf sich und verschuldet sich horrend. Kein Spruch, sondern eine wahre Schilderung der Situation von Werner aus der Karmücken-Steppe…

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Liebe Leute, ich habe heute die podcasts des Färöer-Aufenthalts hochgeladen. Ist noch nicht viel. Aber immerhin.

Viel Spass. Mehr kommt hoch, wenn ich eine fettere Verbindung habe.

Wir haben gerade unsere Route geändert, um dem schlechten Wetter auszuweichen. Also fahren wir von Sedisfjordur im Uhrzeigersinn los. Unten soll gutes Wetter sein, wir werden sehen.

Verpflegung wurde auch schon gebunkert. Auch der leckere “Skyr”, eine Speise zwischen Pudding und Quark, wurde schon verkostet. Stockfisch wird zwar überall angeboten, aber lieber erstmal nicht. Hab schon drei Herpes vom Rumbuddeln im Schlamm…

Die Grundversorgung ist eigentlich gar nicht so wild teuer. Halb Schafsköppe sind aber sehr teuer im Vergleich zu Deutschland *gig*. Sonst gibt’s alles was das Herz begehrt, ausser Schnappes. Aber den haben wir ja lecker dabei.

Trolle wurden nur auf diversen Tassen als Foto gesichtet. Bei Nachfrage, wo diese denn aufgenommen wurden, erntete ich nur verständnislosen Kopfschütteln.

Naja, demnächst mehr in diesem Theater….

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Moin,
leicht angetrunken sitze ich auf der Norröna in der Nähe einer Steckdose, kann es kaum erwarten Island zu erreichen und schreibe diese Zeilen. Lecker “Viking”-Bier an der Mandel, Talisker im Bauch und Martin C. mit “Paint it Black” im Ohr gleite ich über einen spiegelglatten Atlantik. Poseidon scheint es gut mit uns zu meinen. Wenn der Herr noch der Gott der Moor-Wanderer und -Fahrer wäre, hätte ich keine Bedenken ;-)

Nee, im Ernst. Die Ausfahrt weg von Färöer war grandios. Endlich habe ich die Insel mal so sehen können, wie sie wirklich ist. Man fährt aus einem Nebel und Wolkengebiet (grau, wirklich tiefgrau…) in den schönsten Sonnenschein. Die Farbe der gigantischen Klippen und Felsabrisse, die diese Insel prägen hat eine heftige GCR (bitte nach googeln) erfahren. Kontraste sind kaum zu erkennen, nur Grösse.
Schwere Böen begrüssen uns bei der Einfahrt in den Sund, wir fahren vom Sonnenschein in ein Gebiet, wo quasi immer Tiefdruck herrscht. Wir fahren nach Westen, durchteilen quasi die Inselgruppe und überall tut sich nur Grosses auf.

“Die Wolkenfront bildet sich über dem Festland”, lernt man in der Schule. Hier wird der Unterricht zum Lokaltermin. Die Gipfel der nur 400-500 Meter hohen Klippen liegen im permanenten Nebel, geben fast nie ihre wahre majestätische Höhe frei. Wir nähern uns dem Ende dieses Grabens, welcher Fäeröer quasi in der Mitte zerteilt. Begrüsst werden wir von der rauhen Westseite der Inselgruppe. Während auf der Ostseite der Meeresspiegel von der Landmasse eher sanft und unspektakulär erreicht wird, offenbart sich im Westen die wahre Kraft des Atlantiks. Steilküsten und Klippen, geformt von der stetigen, nie versiegenden Kraft des Antlantiks tun sich hier auf.

Der Sund öffnet sich, blauer Himmel begrüsst den geneigten und vom Wind durchgeschüttelten Schiffsreisenden, während über ihm die niedrig hängenden, schweren Wolken der Färöer ihn verabschieden. Den Schlusspunkt setzt die höchste Steilküste Europas, der Enniberg mit seinen 750 Metern, den wir ja wegen diverser Zäune nicht besteigen konnten, . Der Atlantik empfängt den geneigten Reisenden mit Sonnenschein, der nicht über den Seegang hinwegtäuschen kann. (Status Quo, 23.00 Uhr).

Leute, ich nehme soviel mit Nachhause, mehr als ich erzählen kann. Und ich bin noch nicht mal am Anfang des eigentlichen Urlaubs..

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Olaur.jpg Endlich runter von den Felsen hier. Soviel Nebel in den verschiedensten Abstufungen habe ich noch nie erlebt. Naja, auch eine Erfahrung. Aber einen BurgerKing haben Sie hier. Ist ungefähr doppelt so teuer wie bei uns. Schnaps und Bier kannste gar nicht bezahlen. 0,3l Bier kosten 7,50 Euro. Bumm. Aber auf der Fähre gibts den Talisker 10YO, Destillers Edition für lockere 42.- Euro pro Liter. Da nehmen wir erstmal einen ;-)

Als wir in Thorshavn eben ankamen um die Fähre zu besteigen, lag im Hafen ein alter Bekannter aus Funk und Fernsehen. Nein, nicht Harald Juhnke, sondern die gute alte Traumschiff-”MS Deutschland” und erbrach einen Katarakt aus Touri-Bunken in das Städtchen, welche als erstes Ziel das örtliche Einkaufszentrum auserkoren hatten. Da gibtsw wohl nicht genug zu essen :-) .

Nun sitzen wir im Hotel “Hafnia” und geniessen Internet für 7 Euro die Stunde. Naja, dafür ist die Uploadgeschwindigkeit mit 200k/sec. klasse. Um 18.00 Uhr gehts los mit der Norönna Richtung Island, wo wir morgen ankommen werden…

Gestern sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Camp mitten in der Wallachei mit dem Landcruiser in ein Moor geraten (Ein bisschen Übermut war wohl im Spiel). Wir haben versucht den Wagen auszugraben. Keine Chance, da die Räder immer weiter absackten. So stellten wir uns abwechselnd an die weit entfernte Strasse um Hilfe zu holen. In Axels “Schicht” fanden wir dann eine nette Einheimische, die einen 4×4 Mitsubishi hatte. Die beiden Kleinkinder schliefen hinten im Wagen, als wir unseren Bergegurt befestigten und ich im Mitsu kräftig Gas gab. Nichts geschah, ausser dass ich Angst hatte die Abschlepphalterung zu zerstören. Der Landkreuzer bewegte sich keinen Zentimeter. Ich sah uns schon die Fähre nach Island verpassen, im Moor versinken usw.

Da kam die nette Dame auf die Idee ihren Mann, den ollen Olaur anzurufen, der auch einen Landcruiser besitzt. So kam Olaur dann zu uns. Ein richtiger netter Mensch. Wieder befestigten wir den Bergegurt an Olaurs Fahrzeug am der Anhängerkupplung, die naturgemäß viel mehr aushält als der gemeine Abschlepp-Pinnöckel. Die Eigenschaft des Bergegurtes gestattet es, dass man mit viel Schwung und Anlauf in den Zug hineinfahren kann, und er die Kraft dynamisch übergibt.

Der erste Versuch. Der Kreuzer bewegte sich zumindest schonmal. Ungefähr zehn Zentimeter. Dann der zweite, dritte, vierte Versuch. Nachdem Olaur den Anfahrwinkel geändert hatte ging es dann kraftvoll aus dem Morast. Axel gab gut Gas im Rückwärtsgang, Olaur fuhr im ersten Vorwärtsgang Vollgas an. Das Seil spannte sich nach ung. 3-4 Metern.

So habe ich Fahrzeuge noch nie hüpfen sehen. Kein Wunder, denn der Bergegurt hat eine Bruchlast von 12 Tonnen, unser Toyota ist weitaus grösser und natürlich auch schwerer, als der von Olaur. Ein Spektakel, ein echter Wahnsinn. So kamen wir langsam frei, die Wagen ächzten vor Anstrengung, Gummiabrieb lag in der Luft. Olaur, dem alten Faeröeristi, schenkten wir erstmal eine Pulle vom guten Ardbeg, 10yo für seine Bemühungen (siehe Bild links). 100 Meter weiter auf festem Terrain schlugen wir dann unser Lager auf.

Und dann kam der Nebel. Ein Nebel, wie ihr ihn noch nie gesehen habt. Dick wie Watte zog er mit ung. 30km/h über das Plateau, wo wir unser Camp aufgebaut hatten. Axels Zelt hatte schon viel erlebt und ist eins aus der wirklich gehobenen Klasse, aber das hat es auch noch nicht erlebt. Regen hat bei dem Zelt keine Chance, aber der Nebel kroch unter dem Aussenzelt auf der Wetterseite unter die Plane und nässte das komplette Innenzelt ein. Bäh. Schnell weg hier von diesem unwirtlichen Ort.

Trolle? Hier? Sicher, eine ganze Menge bestimmt. Leider ob der dicken Suppe nichts von zu sehen.

Auf “Island-Galerie” könnt ihr ein paar Impressionen von Faeröer sehen. Viel Spass dabei.

Nächster Artikel kommt von Island, wenn wir ein Internet-Café finden.

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Angekommen sind wir heute morgen um 6.00 Uhr. Frisch ans Werk und die Insel erobern, dachten wir uns, und machten uns auf den Weg in den Norden. Dort findet man den sogenannten “Enniberg”, die hoechste Klippe Europas.

Probleme traten folgende auf:

  • Nebel: Und zwar ueberall. Nicht ein bisschen, sondern haufenweise ab 20m ueber NN.
  • Jedes Scheiss-Schaaf hat hier auf dieser Scheiss-Insel seine eigene Scheiss-Weide. Wir machten uns treckingfest und stiefelten los und kamen gerade mal 100 meter weit. dann stand ein bloedes tier vor uns und bloeckte uns an. Die Zaeune kann man nicht umgehen, da der ganze Enniberg anscheinend eingezaeunt war. (Sind wohl Ex DDR Schaafe). So haben wir dieses ergeizige Projekt schnell gestrichen. Alle Einwohner des Kaffs in der naehe lagen wohl in ihren Fenstern und lachten sich ueber dei Touris kaputt. Naja, von meck uet…

Uebermorgen um 18.00 Uhr holt uns die Norrønna wieder ab und dann geht der Urlaub endlich richtig los. Bloss runter von den Felsen hier ….

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